27 Apr 2010

Fortsetzung erwünscht: Mein Fazit zur Teilnahme an der Lotus JamCamp-Bustour #LJC

Vom Montag 19. April bis Freitag 23. April durfte ich als eines von 15 Crewmitgliedern mit dem Lotus JamCamp-Bus durch Deutschland touren. Auf twitter und auch hier hab ich dazu meistens zeitnah berichtet. Mit Abstand von einem Wochenende und einem „normalen“ Arbeitstag mein persönliches Fazit.

Zunächst mal machte auch mir die Aschewolke einen Strich durch die Reiseplanung. Kein Flug Montag morgens nach Berlin und damit auch kein Start im legendären St. Oberholz für mich. Mit dem ICE nach Hannover konnte ich aber direkt bei unserer ersten Station, dem t3-Yeebase Verlag zusteigen.

 Tolle Verdichtung 

Mit so vielen Organisationen und Unternehmen in so kurzer Zeit über deren Sichtweise und Nutzung von Web 2.0, sozialen Netzwerken und neuen Arbeitsformen zu diskutieren war faszinierend. Die Informations-Aufnahmefähigkeit am Freitagnachmittag war dann leicht angeschlagen.

 Tolle Selbsterfahrung

Mit 15 „Insassen“ in einem Band-Tourbus (u.a. Deichkind) eine Woche zu verbringen (o.k. wir haben in amtlichen Hotels übernachtet) war auch eine tolle Erfahrung. Schade eigentlich, dass ich die Schlafkojen oben im Bus nie ausprobiert habe… Aber auch bezeichnend: Es war einfach niemand in der Stimmung im Bus zu schlafen oder sich zurückzuziehen.

Ich hatte es glaub ich auch mal getwittert. Es war eine gefühlte Mischung aus Rockstar, Big Brother und re:publica an Board. Es gab viele spannende Diskussionen zu den besuchten Stationen oder spontan zu Bildung 2.0 (oder 3.0?), Musikbusiness im Netz etc. Aus meiner Sicht hat die Gruppe auch sehr gut funktioniert. Es gab keinen Einzigen, den man im Nachhinein nicht dabei haben wollte.

Daneben waren meistens 8 – 14 Laptops in zwei- oder dreifach-Steckdosen eingestöpselt. Rockbands brauchen offensichtlich nicht so viele Steckdosen wie Digital Guys (ob -Visitors, -Residents oder -Natives sei mal dahingestellt).

Offene Gastgeber

Wir waren bei allen unseren Stationen sehr willkommen. Alle Gastgeber waren sehr offen und auch sehr an Input von und Diskussion mit uns interessiert. Ich hatte allerdings manchmal das Gefühl, dass man nicht genau wussten wer oder was da zu Besuch kommt. Digitale Elite? Digital Natives? Studentenbus? Zitat aus dem Besuch bei der Pop-Akademie: „Wenn ich Euch so anschaue, dann kommen die Digital Natives wohl später noch.“

Mir haben die vielen Stationen auch bestätigt, dass der Umgang mit Social Media, unabhängig von der Perspektive und Zielsetzung nach wie vor im Experimentierstatus steckt. Es ist viel Trial & Error angesagt, mit Rückschlägen wie auch mit unerwarteten Erfolgen.

Lotus weiß, wo’s langgeht?

Die Lotus JamCamp-Tour wurde von Lotus gesponsert. Als Brücke von der re:publica in der Vorwoche zum Lotus JamCamp, dass zum Abschluss unserer Tour Freitag und Samstag bei der IBM in Ehningen stattfand.

Gab es Lotus oder IBM Werbung während der Tour? Nein.

Weder wurden wir mit Marketingbotschaften infiltriert, noch mussten wir Produktdemos ertragen und wurden auch nicht mit irgendwelchen Software-CDs zugemüllt. Klar, der Bus war der Lotus JamCamp Bus, das war nicht zu übersehen und ist auch o.k. so. In Koblenz an der dortigen Uni waren wir vielleicht ein wenig Staffete für den Startschuss zu einem IBM gesponserten „Center für Business Collaboration“. Aber das war absolut in Ordnung.

Ich denke, dass Lotus, und Marketing Manager Stefan Pfeiffer, der ja auch die ganze Tour dabei war, die Tour auch ein Stück weit als Experiment gesehen haben. Aus meiner Sicht ein gelungenes. Die Positionierung des Brands Lotus (wo war der eigentlich die letzten Jahre?) in der Welt der Blogger, „Digital Somethings“ und Unternehmen, die sich aktiv mit den Veränderungen die im und durchs Web enstehen, beschäftigen, ist sicher gelungen. Das JamCamp in Ehningen hat dazu auch einen grossen Teil beigetragen. Offene, unkonventionelle Atmosphäre, die bei einem Goßkonzern der IT-Industrie auf den ersten Blick nicht unbedingt vermutet wird.

Also: Lotus weiß!

Ich hoffe das Review zum Camp und der Tour fällt positiv aus und das Marketingspending wird als sinnvolle Investition angesehen.

Neuauflage erwünscht!

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