22 Jul 2010

Social Media überholt Web 2.0 - Infografik

Third-era

Die Grafik des Google Search Volume Index verdeutlicht eine interessante Tatsache: Das Hypethema Social Media, für viele „Experten“, die sich auf Twitter und Co. tummeln längst Mainstream, ist erst jetzt bzw. in diesem Jahr in der Breite angekommen.

Man sieht sehr schön, dass Social Media im Jahr 2009 „abgehoben hat“ und tatsächlich erst in diesem Jahr das bis dato Super-Hype-Buzzword No.1 „Web 2.0“ abgelöst hat.

Die Grafik verdeutlicht auch, dass Web 2.0 gerade mal 5 Jahre alt ist. Man muss sich dabei noch mal vor Augen führen, dass Web 2.0 zunächst eher „technisch“ getrieben war: Rich Media Applikationen wie Flash sowie Ajax und Co. erlaubten neue Darstellungs- und Erlebnisformate. Widgets und Mash-Ups lieferten die  Integrationsmöglichkeit von Dritt-Content.

Die zunehmende Möglichkeit der Nutzer sich in Communities zu vernetzen und einfach eigene Inhalte bereit zu stellen, die das Netz letztendlich zum Mitmachweb und den Consumer zum vielzitierten Prosumer machten, etablierte sich erst viel später.

Meiner Meinung nach ist viel durch die Open Source Bewegung in Gang gesetzt worden. Dort galt zum Ersten mal: Viele statt Einer, selbstregulierend statt Kontrolle, Reputation statt Bezahlung. Außerdem  sind  viele SM Tools Open Source und kostenfrei bereit gestellt worden.

Social Media führt nun auch dazu, dass sich die Wünsche und „Briefings“ der Unternehmen geändert haben. Von „Ich will eine Web 2.0 Website“ zu „Wir brauchen irgendwas mit Social Media“.

11 May 2010

Unternehmenskommunikation: All SocialMedia Channels down – Und dann?

Unternehmenskommunikation: All SocialMedia Channels down – Und dann?

Twitter Follower auf null

Gestern waren bei twitter alle Follower/Following Counts auf null. Letztendlich temporär, weil man bei twitter einen Bug fixen musste. (Twitter confirms awkward 'auto-follow' bug)

Trotzdem ein Moment, der zum Nachdenken anregt.

Ich möchte hier weniger die Konsequenzen für jeden Einzelnen und die vielen "Social Media Heavy User" bzw. Digital Residents beleuchten, sondern vielmehr die Folgen für die Nutzung von Social Media in der Unternehmenskommunikation.

SocialMedia Plattformen sind extern – Betrieb ohne Gewähr

Twitter, facebook, youtube und Co. - all diese Plattformen sind und werden zunehmend mehr Bestandteil der Unternehmenskommunikation. Alle Plattformen haben auch gemein, dass sie von (zumeist US-amerikanischen) Unternehmen angeboten werden. Die Nutzung durch Unternehmen, die noch dazu bis jetzt kostenfrei ist, wird dabei von den Betreibern natürlich gerne gesehen, bringt es doch letztendlich Traffic und Nutzer.

D.h. ein zunehmend grosser Teil der Unternehmenskommunikation im Web 2.0 findet auf extern gehosteten Plattformen statt, für die es weder eine Up-Time Zusage gibt (nach dem Motto „five nines“: 99.999% verfügbar) noch ein Service-Level und auch kein Back-Up Szenario.

Der GAU – dauerhafter Datenverlust

Mal angenommen bei twitter oder facebook oder youtube tritt aus welchem Grund auch immer folgender Fall ein:

-       Twitter GAU: Follower/Following dauerhaft auf Null - alle tweets weg.
-       Facebook GAU: Content, Friendlist, Kommunikation weg.
-       Youtube GAU: Videos, Comments, Abonnenten weg.
-       …

Offen Fragen

-       Welches Unternehmen hat ein Back-Up seiner Follower/Following oder Friend-Liste lokal vorliegen?
-       Wer hat seine bisherige Kommunikation bei twitter, facebook und Co lokal gespeichert (Stichwort: Compliance)?
-       Liegen die Contents von facebook, youtube etc. lokal vor (noch am wahrscheinlichsten)
-       …
 
Schadensersatzansprüche?

Soweit ich es einschätze sind die Betreiber alle aussen vor, was Gewährleistung, Back-Up Verpflichtung oder gar Schadensersatzansprüche angeht. Umso spannender wäre es hierzu eine kurze juristische Facheinschätzung zu bekommen.

Quo vadis Unternehmenskommunikation?

Diskussion hiermit eröffnet.

29 Apr 2010

Social Media Kommunikation heisst „Flippern statt Bowling“

Social Media Kommunikation heisst „Flippern statt Bowling“

War es bisher in der Kommunikation (auch online) so, dass man mit einer Kugel oder auch zwei versucht hat seine Zielgruppe zu treffen und evtl. „umzuhauen“, so gilt es nun ein wesentlich dynamischeres Flipper-Spiel zu spielen. Der Ball kommt aus allen möglichen Richtungen zurück und ich muss schnell reagieren, um ihn wieder ins Spielfeld zurück zu befördern. Aber Vorsicht! Nicht zu hektisch und aggressiv, sonst: TILT!

Inspiriert durch Impulsvortrag von Gaby Munz, Geschäftführerin 21torr, bei der bwcon-Veranstaltung zu „Markenkommunikation in Echtzeit“ gestern vor gut 100 Teilnehmern in Stuttgart.

27 Apr 2010

Fortsetzung erwünscht: Mein Fazit zur Teilnahme an der Lotus JamCamp-Bustour #LJC

Vom Montag 19. April bis Freitag 23. April durfte ich als eines von 15 Crewmitgliedern mit dem Lotus JamCamp-Bus durch Deutschland touren. Auf twitter und auch hier hab ich dazu meistens zeitnah berichtet. Mit Abstand von einem Wochenende und einem „normalen“ Arbeitstag mein persönliches Fazit.

Zunächst mal machte auch mir die Aschewolke einen Strich durch die Reiseplanung. Kein Flug Montag morgens nach Berlin und damit auch kein Start im legendären St. Oberholz für mich. Mit dem ICE nach Hannover konnte ich aber direkt bei unserer ersten Station, dem t3-Yeebase Verlag zusteigen.

 Tolle Verdichtung 

Mit so vielen Organisationen und Unternehmen in so kurzer Zeit über deren Sichtweise und Nutzung von Web 2.0, sozialen Netzwerken und neuen Arbeitsformen zu diskutieren war faszinierend. Die Informations-Aufnahmefähigkeit am Freitagnachmittag war dann leicht angeschlagen.

 Tolle Selbsterfahrung

Mit 15 „Insassen“ in einem Band-Tourbus (u.a. Deichkind) eine Woche zu verbringen (o.k. wir haben in amtlichen Hotels übernachtet) war auch eine tolle Erfahrung. Schade eigentlich, dass ich die Schlafkojen oben im Bus nie ausprobiert habe… Aber auch bezeichnend: Es war einfach niemand in der Stimmung im Bus zu schlafen oder sich zurückzuziehen.

Ich hatte es glaub ich auch mal getwittert. Es war eine gefühlte Mischung aus Rockstar, Big Brother und re:publica an Board. Es gab viele spannende Diskussionen zu den besuchten Stationen oder spontan zu Bildung 2.0 (oder 3.0?), Musikbusiness im Netz etc. Aus meiner Sicht hat die Gruppe auch sehr gut funktioniert. Es gab keinen Einzigen, den man im Nachhinein nicht dabei haben wollte.

Daneben waren meistens 8 – 14 Laptops in zwei- oder dreifach-Steckdosen eingestöpselt. Rockbands brauchen offensichtlich nicht so viele Steckdosen wie Digital Guys (ob -Visitors, -Residents oder -Natives sei mal dahingestellt).

Offene Gastgeber

Wir waren bei allen unseren Stationen sehr willkommen. Alle Gastgeber waren sehr offen und auch sehr an Input von und Diskussion mit uns interessiert. Ich hatte allerdings manchmal das Gefühl, dass man nicht genau wussten wer oder was da zu Besuch kommt. Digitale Elite? Digital Natives? Studentenbus? Zitat aus dem Besuch bei der Pop-Akademie: „Wenn ich Euch so anschaue, dann kommen die Digital Natives wohl später noch.“

Mir haben die vielen Stationen auch bestätigt, dass der Umgang mit Social Media, unabhängig von der Perspektive und Zielsetzung nach wie vor im Experimentierstatus steckt. Es ist viel Trial & Error angesagt, mit Rückschlägen wie auch mit unerwarteten Erfolgen.

Lotus weiß, wo’s langgeht?

Die Lotus JamCamp-Tour wurde von Lotus gesponsert. Als Brücke von der re:publica in der Vorwoche zum Lotus JamCamp, dass zum Abschluss unserer Tour Freitag und Samstag bei der IBM in Ehningen stattfand.

Gab es Lotus oder IBM Werbung während der Tour? Nein.

Weder wurden wir mit Marketingbotschaften infiltriert, noch mussten wir Produktdemos ertragen und wurden auch nicht mit irgendwelchen Software-CDs zugemüllt. Klar, der Bus war der Lotus JamCamp Bus, das war nicht zu übersehen und ist auch o.k. so. In Koblenz an der dortigen Uni waren wir vielleicht ein wenig Staffete für den Startschuss zu einem IBM gesponserten „Center für Business Collaboration“. Aber das war absolut in Ordnung.

Ich denke, dass Lotus, und Marketing Manager Stefan Pfeiffer, der ja auch die ganze Tour dabei war, die Tour auch ein Stück weit als Experiment gesehen haben. Aus meiner Sicht ein gelungenes. Die Positionierung des Brands Lotus (wo war der eigentlich die letzten Jahre?) in der Welt der Blogger, „Digital Somethings“ und Unternehmen, die sich aktiv mit den Veränderungen die im und durchs Web enstehen, beschäftigen, ist sicher gelungen. Das JamCamp in Ehningen hat dazu auch einen grossen Teil beigetragen. Offene, unkonventionelle Atmosphäre, die bei einem Goßkonzern der IT-Industrie auf den ersten Blick nicht unbedingt vermutet wird.

Also: Lotus weiß!

Ich hoffe das Review zum Camp und der Tour fällt positiv aus und das Marketingspending wird als sinnvolle Investition angesehen.

Neuauflage erwünscht!

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Oliver Zils's Space

Onliner, Marketier, Querdenker, Grenzgänger: mal Digital Resident - mal Digital Visitor, immer VfB'ler